Die vorderste deutsche Linie verlief sehr nahe um das Dorf und war in 9 Stützpunkte eingeteilt. Im Dorf selbst waren zahlreiche Maschinengewehre und Minenwerfer installiert. Maschinengewehre standen u. a. beim Friedhof und rund um die Kirche.
Die Minenwerfer waren in 4 Gruppen zusammen gefasst: Gruppe Aspach, Füllern, Carspach, Sonnenberg.
Zwei Laufgräben (Illberg Nord und Illberg Süd) führten zu den rückwärtigen Stellungen am Illberg.

Überträgt man den Grabenverlauf auf ein aktuelles Luftbild, ergibt sich eine interessante Ansicht.
Sp 1 - 6 = Stützpunkte 1 bis 6.  
Im roten Kreis: 1 = Minenwerfergruppe Aspach; 2 = M.W. Gruppe Füllern; 3 = M.W. Gruppe Sonnenberg

 

C 1 = nördlich der D 419

 

C 2

 

C 3

 

                   

C 4 = war Teil von Stützpunkt 1

 

                   

C 5 = bei Stützpunkt 2

 

         

C 6 = bei Stützpunkt 2.
Heute ist der Unterstand ganz im Boden verschwunden, nur noch die Decke und ein merkwürdiger Aufbau ist sichtbar.

 

                   

C 7 = nördlich der Strasse an der Kreuzung. Hier unter dem Bahndamm befand sich die Stollenanlage "Galerie-Werk Bahndamm".
Das Galerie-Werk hatte neun Eingänge und zwei Querstollen. Aus einem Arbeitsplan vom Februar 1916 erhalten wir folgende Infos:
"Das Material wird durch Wagen bis an die Arbeitsstelle geschafft. Daher kann an allen 9 Stolleneingängen gearbeitet werden.
Pro Schicht wird 1 Meter (5 schmale Rahmen) 85/180 vorgetrieben."

Hier ein seltenes Foto: Ein Maschinen Gewehr im Einsatz am Bahndamm bei Carspach im Januar 1915.

 

 

                     

C 8 = Unterstand eingebaut in ein Wohnhaus als Teil der Ortsbefestigung.

 

                     

Bad Sonnenberg. Damaliger Besitzer und Chefarzt war Dr. Ricklin. Hier lagen ständig Truppen im Quartier.
Die Armeeabteilung Gaede lies in der Nacht vom 12./13.April 1915 im Hof einen 21 cm Mörser vom FAR 12 aufstellen. Wegen starken Nebels fiel der erste Schuss erst um 11 Uhr. Ab 15 Uhr wurde der Mörser, der etwa 40 Schuss abgegeben hatte, von der französischen Artillerie beschossen, wobei vier Mann getötet und sechs verwundet wurden. Bad Sonnenberg wurde erheblich zerstört.
Der Mörser wurde am 15. April 1915 nach Mülhausen zurück gezogen.
Nordwestlich befand sich die Stollenanlage Sonnenberg mit sieben Eingängen und zwei Querstollen, angelegt durch die 2.Landw. Pionier Kompanie XIII Anfang 1916.

 

 

Um die Truppen in den Dörfern dicht hinter der Front sicher unterzubringen, wurden in Häusern und Kellern schußsichere Unterstände eingebaut (siehe oben der Unterstand C 8). Eine Meldung vom Februar 1916 listet in Carspach folgende Gebäude auf:

  • Rathaus: 1 Raum,mit 42 m², Holzbalkendecke darüber Erde und Steine, Sanitätsunterstand, Schußsicher gegen Granaten von 155 mm, Bemerkung: im Bau in 3 Tagen fertig.
  • Rathaus: 1 Raum mit 56 m², Holzbalkendecke, für 30 Mann, Schußsicher gegen Granaten von 75 mm, kann in 5 Tagen von 15 Mann schußsicher gegen 155 mm gemacht werden.
  • Rathaus: 1 Raum mit 84 m², Holzbalkendecke, für 40 Mann, kann in 3 Tagen von 15 Mann schußsicher gegen 75 mm gemacht werden, von 30 Mann in derselben Zeit gegen 155 mm.
  • Pfarrhaus: 1 Raum mit 50 m², abgestützte Holzbalkendecke mit Erdpackung, für 50 Mann, schußsicher gegen 75 mm.
  • Kirchgasse 12: 1 Raum mit 10 m², Beton, für 8 Mann, schußsicher gegen 155 mm.
  • Kirchgasse 16: 1 Raum mit 8 m², Beton, für 5 Mann, schußsicher gegen 155 mm.
  • Kirchgasse 18: 1 Raum mit 50 m², Anbau, für 30 Mann, schußsicher gegen 155 mm, im Bau, kann in 3 Tagen durch 10 Mann fertig werden.
  • Sonnenberg: Raum mit 200 m², Gewölbe, für 120 Mann, schußsicher gegen 155 mm.
  • Sonnenberg Villa: Raum mit 40 m², Holzbalkendecke, für 6 Offz., schußsicher gegen 75 mm.
  • Schafgasse 4: Raum mit 40 m², Gewölbe, für 25 Mann, schußsicher gegen 75 mm.
  • Schafgasse 6: Raum mit 100 m², Gewölbe, für 40 Mann, schußsicher gegen 155 mm.
  • Fabrikstrasse 1: Raum mit 25 m², Gewölbe, für 18 Mann, schußsicher gegen 120 mm.
  • Fabrikstrasse 2: Raum mit 9 m², Beton, für 2 Offz., schußsicher gegen 155 mm.
  • Wasenstrasse 5: Raum mit 40 m², Gewölbe, für 30 Mann, schußsicher gegen 120 mm.
  • Wasenstrasse unter der Tanne: Raum mit 16 m², Wellblech betoniert, für 12 Mann, schußsicher gegen 155 mm.
  • Wasenstrasse 12: Raum mit 20 m², Holzbalkendecke abgestützt mit Erdpackung, für 10 Mann, schußsicher gegen 75 mm.